BCB
Bar Convent
Berlin 2014

COSMOS

Bar Convent Berlin

161014 | Redaktion

Sascha Thiemann (Director Purchasing & Logistics east GROUP), Anita Rimpler (Barchefin coast Hamburg) und Florian Voss (Barkeeper coast Hamburg) haben im Oktober 2014 den BCB in Berlin besucht.

Was macht den Bar Convent so besonders?

Sascha:
„BCB ist die größte Barmesse Deutschlands vielleicht sogar Europas neben London, auf der sich sich alle Spirituosenhändler und Bar Supplier treffen.
Diese Fachmesse fand in der Station Berlin, einer alten Lagerhalle statt mit vielen Besuchern aus dem europäischen Ausland. Es herrschte massiver Andrang und war fast schon überfüllt. Ca. 220 Austeller hatten sich angemeldet.
Nicht wie sonst treten die Händler mit ihren Marken zusammen auf, sondern Smirnoff einzeln, Tanqueray einzeln und so weiter. Die Hersteller, z.B. Diageo tritt nicht als Diageo auf, sondern mit seinen Einzelmarken.

Die Aussteller präsentierten sich gut durchgewürfelt. Außen herum die kleineren Händler und Newcomer, in der Mitte gab es die großen Hersteller wie z.B. Borco mit ihren Produkten, die natürlich mit ein bisschen Show die Leute abgegriffen haben. Dort mixen sie ihre neuen Signature Drinks, tauschen untereinander die Produkte und experimentieren z.B. mit einem neuen Gingerbeer. Die Barjungs kennen sich alle untereinander und probieren Vieles aus.“

Anita:
Früher kamen ca. 1.000 Besucher aus Stuttgart, München, Berlin und Hamburg nach dem Motto „We are Family“. Insider nennen den BCB deshalb gerne „Bar Tenders Christmas“. Es ist immer größer geworden, es kommen Leute aus aller Welt, auch weil die Aussteller immer mehr werden, sind es jetzt bis zu 9.000 Besucher verteilt auf zwei Tage. Ich bin seit sechs Jahren regelmäßig dort.

Neuerdings hat die Rum Messe am Samstag und Sonntag an den BCB angeknüpft und Montag ist der Mixology Bar Award mit Gala Dinner auf der z.B. der beste Barkeeper, die beste Bar, der beste Gastgeber, die beste Barkarte, das beste Barteam und in diesem Jahr Sven Sudeck als Brand Ambassador von Borco für Sierra Tequila gekürt wurden. Gewinner 2015 Hamburg war wieder mit dabei, wie in den letzten beiden Jahren. Auf der Aftershow Party haben die Berliner die Hamburger gefeiert!

Was hat dich am meisten interessiert? Produkte, Leute?

Anita:
Vorrangig trifft man Leute wieder, knüpft neue Kontakte. Alles was Rang und Namen hat trifft sich dort. Überall kennst du Leute und plauscht mit ihnen, das wichtigste sind für mich die Gespräche. Natürlich geht man auch rum und schaut sich neue Produkte an. Die Cocktail Kreationen sind interessant, man schaut wo geht der Trend hin, was kann man aufgreifen, z.B. Baumrinde bei Jägermeister. Noch immer ist Gin ein großes Thema, obwohl das Thema für mich schon bald „durch“ ist.

Werden dort auch Vertragsverhandlungen geführt?

Sascha:
„Die Gespräche sind teils rein informativ, teilweise werden schon Vorgespräche wie z.B. mit Moet geführt. Verträge machen wir natürlich immer ‚zu Haus‘ in Ruhe.“

Was tut man nachdem die Messe abends vorbei ist?

Sascha:
„Am Montagabend wurde in einer Abendveranstaltung von Mixology u.a. der Spirituosen Abassador des Jahres gekürt Bar des Jahres wurde Buck & Breck.
Neben der Messe sind im Anschluss viele Parties, veranstaltet von den einzelnen Herstellern. Es gibt z.B. eine Bacardi Party, eine Jägermeister Party und jeder versucht sich in Berlin die beste Location zu sichern und den geilsten Abend zu machen.“
„Wir haben also Partyhopping gemacht“, gesteht Sascha grinsend. „Eigentlich ist es Netzwerken über neue Produkte, Netzwerken mit Leuten aus der Branche. Im Vergleich ist z.B. die Internorga ist dazu weniger geeignet und im Bereich Bar eher klein. Auf der BCB hat man mehr Zeit sich mit Fachleuten zu unterhalten und man sieht mehr.“

Welche Parties habt ihr besucht?

Sascha:
„Zuerst waren wir im Soho House, dort hat Borco eine Abendveranstaltung gehabt, ein get to gether in sehr nettem Rahmen. Anschließend waren wir bei Jägermeister im Prince Charles, ein abgerockter Club. Auf der wirklich fetten Party gab es einen Feueralarm, weil die Nebelmaschine zu weit aufgedreht war. Eigentlich wollten wir noch zu Bacardi, das haben wir aber nicht mehr geschafft. Zu Schweppes wollten wir auch, die hatten allerdings nur eine so genannte 120 Minuten Party. Vorher hatten wir uns verquatscht, also waren auch hier zu spät.“

Wie viele Visitenkarten hast du verteilt und eingesammelt?

Sascha:
„4-5 Stunden auf der Messe haben nicht gereicht. Man hätte sich am nächsten Tag noch einmal intensiver mit den Produkten beschäftigen müssen. Christoph Strenger und ich waren das erste Mal dort und konnten uns zunächst nicht viel darunter vorstellen. Nächstes Jahr werden wir jeden Fall zwei Tage einplanen, weil es eine sehr interessante und sinnvolle Veranstaltung ist.
Richi Dührkohp (Barchef clouds) und Anita Rimpler (Barchefin coast Hamburg) waren auch in der Vergangenheit schon vor Ort. Wir haben sie dort natürlich getroffen.“

Kannst Du Vergleiche zu anderen Messen anstellen?

Sascha:
„Die meisten Messen in Deutschland sind Endverbrauchermessen (Anuga in Köln, Internorga in Hamburg, Grüne Woche in Berlin), die teilweise leicht regional geprägt und nicht mit der BCB vergleichbar sind. Der BCB ist sehr speziell und nur auf die Barszene abgestimmt. Z.B. Moet kommt mit großen Marken wie Hennessy, nicht jedoch mit Champagner. Man findet nur Barequipment wie Shaker, Löffel, Gläser. Die Ausrüster z.B. APS sind auch alle vor Ort.“

Anita:
„Die Aussteller auf dem BCB sind motivierter und sehr daran interessiert, dir als Fachmann ihre Produkte vorzustellen.“

Hattet ihr im Vorwege Termine vereinbart?

Sascha:
„Feste Termine haben wir nicht vereinbart, weil man sie eh nicht einhält. Man geht eher von Stand zu Stand, schaut ob sein Ansprechpartner gerade vor Ort ist. Auf dem BCB geht es um das Sichten von neuen Produkten, wo geht die Szene hin, aber das ist eher Richis Thema. Für mich sind die Kontakte zu den Herstellern interessant.“‘

Wer sollte den BCB besuchen?

Sascha:
„Für jeden Barkeeper ist ein Besuch auf der BCB sehr zu empfehlen. Es gibt Flairbardending und mehrere Showbars. Es werden Impuls Vorträge gehalten, die sich jeder Interessierte anhören kann, z.B. über Bier und andere Themen.“

Anita:
„Für Gastronomen und Barkeeper ist der BCB gut, Azubis und Kellner wären wahrscheinlich verloren. Der Informationsaustausch auf dem BCB bezieht sich eher auf den Vertrieb und ist sehr fachbezogen.“

Was hast du für die east GROUP mitgebracht? Produkte, Neuerungen?

Sascha:
„Der Weg ist eigentlich folgender: Die Kreativen (z.B. Richi) tauschen sich aus und bestimmen welche Produkte gelistet werden sollen. Ich handle anschließend einen Vertrag mit dem Lieferanten aus und baue das Produkt in die Logistik ein. Anschließend kommt Christopher Weckler ins Spiel und bindet das Produkt in die Barkarte, eine Bankettpauschale oder die Minibar ein.
Interessant ist z.B. Kaahée, eine Art natürlicher Energydrink Drink, den wir unseren Gästen im uppereast näher bringen wollen.“

Florian Voss, Barkeeper im coast Hamburg war auch auf dem BCB.

„Ich war zum ersten Mal dort und habe drei Vorträge mitgemacht: Ein Whiskey Tasting mit Dave Broom, einen Vortrag mit Stephan Berg als Mitbegründer der Bitter Truth Serie und einen kurzen Vortrag über die Craft Beer Szene.
Fachlich kann man etwas mitnehmen, obwohl die Aussteller natürlich auch verkaufen wollen und ihr Produkt präsentieren möchten. Man kauft, probiert oder lernt dazu. Eine neue Sache habe ich probiert, ein Agaven Bier aus Mexico, zum ersten Mal vorgestellt auf der Messe. Es ist sehr erfrischend, mit wenig Kohlensäure und hat das typische Tequila Aroma. Es ist für den Sommer eine gute Alternative zu den Biermixgetränken, ein bisschen süßer und hat weniger Bittereinheiten.
Man kennt viele Gesichter aus Hamburg aus der Industrie und den Bars. Ich würde auf jeden Fall wieder hinfahren, um bekannte Gesichter zu sehen und Leute kennenlernen.“

Helmut Adam, Herausgeber von Mixology, dem Magazin für Barkultur und Gründer der internationalen Fachmesse Bar Convent Berlin. Und das will gewürdigt werden. Bei einem Gala-Abend im Hyatt Berlin wurden die diesjährigen Mixology Bar Awards in 15 Kategorien vergeben.

www.barconvent.de/
www.station-berlin.de
www.about-drinks.com/besucherrekord-beim-achten-bar-convent-berlin/
www.ahgz.de/unternehmen/buck-breck-ist-bar-des-jahres
www.ahgz.de/s/mixology-bar-awards

Saschas Job Discription:
„Ich bin hauptverantwortlich für alle Einkaufsabläufe und logistischen Prozesse des Unternehmens. Die Auswahl von Lieferanten, Preisverhandlungen, Kontrolle der Rahmenverträge und Angebotseinholung gehören ebenso dazu wie die Verantwortung über unser Warenwirtschaftssystem und die Auswertung der monatlichen Kosten. Ebenso plane ich bei neuen Projekten die logistischen Flächen, HACCP Konzepte sowie das Stewarding.“

Anitas Job Profil:
„Seit 15 Jahren bin ich hinter der Bar, aktuell als Barchefin des coast. Neben Dienstplänen und Abrechnungen starte ich mittags und gucke mir die Abläufe des Abends an, unterstütze die Betriebsleitung, kreiere Tages- oder Wochenempfehlungen, kommuniziere diese mit dem Restaurant Service. Mein Team motiviere ich z.B. mit Produktvorstellungen, was ist neu, was kann man damit machen. Abends bin ich mitten drin als Gastgeber und sorge dafür, dass alles gut funktioniert.“