Regina
Halmich
im Interview

EAST

Interview mit Regina Halmich im east

091215 | Lisa

Boxweltmeisterin Regina Halmich im east Hotel über soziales Engagement, Olympia und verlorene Prestigekämpfe.

an der east Bar

east: Moin Frau Halmich, noch einmal herzlich Willkommen in Hamburg! Ihre Stippvisite in der Hansestadt ist ja mit reichlich Programm bestückt. Unter anderem werden Sie heute Nachmittag in den Fischauktionshallen für eine Obdachlosenspeisung in die Rolle der Kellnerin schlüpfen. Wie kommt man zu dieser Ehre?
RH: Angefragt hat das Straßenmagazin Hinz & Kunzt, mit denen ich gerade eine schöne Geschichte gemacht habe und auch auf dem Cover zu sehen bin. Solche Aktionen für Obdachlose gibt es in vielen Städten und ich wurde gefragt, ob ich nicht in Hamburg dabei sein könnte. Es ist eine schöne Aktion, gerade rund um Weihnachten, wenn das Thema Nächstenliebe großgeschrieben wird. Natürlich ist derzeit auch die Thematik der Flüchtlinge in aller Munde, aber man darf darüber hinaus die eigenen Leute nicht vergessen.

east: Sie zeigen ja in mehreren Organisationen viel soziales Engagement.
RH: Ich finde eigentlich, dass jeder, der in der Öffentlichkeit steht, verpflichtet sein sollte, sozialen Engagements nachzukommen. Man hat selbst im Leben viel Glück gehabt und sollte auch ein Stück davon weitergeben.
Wichtig ist aber vor allem, dass man persönlich hinter diesen Engagements steht. Nach meiner Karriere wollte ich zwei, drei Organisationen unterstützen und etwas bewegen. Mittlerweile bin ich seit zwei Jahren Botschafterin des Deutschen Kinderhilfswerks, bin aktiv bei der Tierschutzorganisation Vier Pfoten und unterstütze den Deutschen Olympischen Sportbund, wobei natürlich um die Weihnachtszeit besonders viele Wohltätigkeitsveranstaltungen stattfinden.

east: Da Sie gerade davon sprechen, was sagen Sie denn zu der deutlichen Ablehnung zu Olympia durch die Volksabstimmung?
RH: Ich finde es sehr traurig und kann es gar nicht nachvollziehen. Hamburg hätte definitiv das Zeug dazu Olympia auszurichten. Ich habe mich schon gefragt, ob der Grund für die Ablehnung Angst vor Terrorismus und Anschlägen gewesen sein konnte. Ich kann diese Bedenken natürlich verstehen, aber es darf nicht sein, dass solch große Sportveranstaltungen aus Sorge kategorisch abgelehnt werden. Aus welchen Beweggründen die Wähler letztendlich so abgestimmt haben ist nicht eindeutig zu sagen. Ich finde nur, Olympische Spiele hätten Hamburg wirklich gut gestanden.

east: Haben Sie Vorsätze für das neue Jahr 2016?
RH: Nein! Ich bin der Typ Mensch, der sich keine Vorsätze aufzwingt. Die meisten Vorsätze sind eh dazu da, um gebrochen zu werden, deswegen sage ich: besser keine Vorsätze und alles was kommt ist eine Überraschung. Ob positiv oder negativ, ich bin da recht entspannt. Die Klassiker wie „gesünder ernähren“ oder „mehr Sport“ wünsche ich mir auch schon während des Jahres, denn obwohl ich schon drei/vier Mal die Woche trainiere, ist es manchmal sehr hart sich zu motivieren.

east: Dabei kommt es beim Überwinden des Schweinehundes ja maßgeblich auf die Art des Sports an. Im east Sporting Club bieten wir neben zahlreichen Kursen auch zwei Mal die Woche Boxworkouts an.
RH: Das ist ja klasse! Boxen ist ein fantastisches Workout für Kopf und Körper. Ich finde, dass Boxen überhaupt das ideale Ganzkörpertraining ist, denn es fordert so viele Bereiche: Reaktion, Kondition, Kraft und Schnelligkeit und es macht riesen Spaß! Wer es einmal ausprobiert hat, wird schnell vom Boxfieber infiziert und bekommt nebenbei eine super Figur.

east: Als Boxexpertin muss ich Sie natürlich auch nach Ihrer Meinung zum verlorenen Kampf von Wladimir Klitschko gegen Tyson Fury fragen. Klitschko machte da leider keine besonders gute Figur…
RH: Ich habe vergangenen Samstag bei der Ein Herz für Kinder-Gala mit beiden Klitschko-Brüdern gesprochen und Vitali sagte nur, dass der Boxer im Ring nicht sein Bruder gewesen sei. Ich denke es war eine reine mentale Angelegenheit. Er hat soweit unter seinen Möglichkeiten geboxt und verloren, nicht, weil Fury sich so gut, sondern Wladimir sich so schlecht angestellt hat. Die ersten drei Runden dachte ich, dass es ein etwas langweiliger Kampf werden könnte. Ab der fünften Runde habe ich mir dann ernsthaft Gedanken gemacht, da Wladimir überhaupt nichts von seiner Leistung abrufen konnte. Wenn man als Weltmeister vier Titel verteidigen muss und man merkt, dass die Taktik die falsche ist, muss man eben versuchen über die Punkte zu gewinnen, viel mehr schlagen und unter Umständen riskieren K.O. zu gehen.
Aber das weiß der Wladimir auch alles selber. Wollen wir hoffen, dass er nur einen sehr schlechten Tag hatte. Der Rückkampf ist ja bereits bestätigt und ein zweites Mal wird sich er nicht so vorführen lassen. Ich bin da sehr optimistisch.

east: Es wird auf jeden Fall ein spannender Kampf! Wie lange bleiben Sie noch in der schönsten Stadt der Welt?
RH: Ich bin leider nur für eine Übernachtung hier und wollte mich an dieser Stelle auch noch einmal herzlich für die Unterstützung des east Hotels bedanken. Soziales Engagement, wie die SOS Kinderdorf-Gala Art meets Charity sind wichtig und zeigen die Hilfsbereitschaft der Menschen. Letztes Wochenende saß ich am Spendentelefon bei Ein Herz für Kinder und war beeindruckt davon, wie viel Geld dort zusammen kam. Es riefen sogar einige Kinder in der Sendung an und wollten ihr kleines Taschengeld spenden. Man kann den Deutschen ja vieles nachsagen, aber die Spendenbereitschaft ist absolut vorbildlich!

east: Mit diesem schönen Schlusswort bedanke ich mich für das kleine aber feine Interview und wünsche Ihnen gutes Gelingen, frohe Weihnachten und alles Gute für 2016!